Publikationen

Bucher-Doderer
Die Doderergasse oder Heimitos Menschwerdung

Milena Verlag, 2020
Wir schreiben das Wien der Achtzigerjahre. Das Unglaubliche nimmt Gestalt an: Heimito von Doderer wird wiedergeboren. Damit nicht genug, stößt auch bald Adolf Loos dazu, ebenfalls wiedergeboren. Nicht unwesentlich dabei: Beide dürfen nun erleben, was es heißt, ein Mädchen zu sein!

Heimito von Doderer wird zehn Jahre nach seinem Tod im Körper eines Mädchens namens Marie am Wiener Stadtrand wiedergeboren. Die zeitgenössische Architektur, die Gefangenschaft in einem weiblichen Körper, alles erregt Doderers Widerwillen. Doch er sieht in seiner Widergeburt auch die Chance, endlich sein Opus Magnum, den Roman No. 7/III zu vollenden. Zuvor gilt es aber, Marie den Windeln zu entwöhnen, ihr Schreiben beizubringen und ihr seinen Roman zu suggerieren. Leider hapert es irgendwie mit seiner Einflussnahme auf das Kind, Marie ist renitent.
Im Kindergarten schließt Marie Freundschaft mit Isa und Doderer entdeckt Adolf Loos, der in Isa wiedergeboren wurde. Während die Mädchen gemeinsam ihr Leben in der Großfeldsiedlung zu meistern suchen, klären die beiden intellektuellen Vertreter einer überlebten Welt den Sinn ihrer Existenzen. Die 80er-Jahre in Stahlbetonbauten. Marie und Isa singen zwischen Waldsterben, Hungersnöten in Afrika und Tschernobyl von „Ein bisschen Frieden“ und „99 Luftballons“.


Die wilde Gärtnerin

Milena Verlag, 2013
Kompost versus Komplott. Helen Cerny lebt zurückgezogen in ihrem Stadthaus und widmet ihr Leben dem liebevoll angelegten Garten und ihrer Komposttoilette. Das aktuelle Weltgeschehen interessiert sie nicht, bis ihr gegenüber eine neue Nachbarin einzieht. Berta ist das genaue Gegenteil von Helen, sie will die Welt durch Taten und Aktionen verändern.
Bald dringen irritierende Schlagzeilen ins Gartenidyll, ein Waffenlobbyist erleidet einen Jagdunfall, Pensionsvorsorgefonds werden gehackt. Der ganz große Knall kommt, als Helens Freundin Toni zu einem alternativen Sommerfestival im Garten einlädt …
Parallel zum Geschehen in der Gegenwart erzählt Nadja Bucher Helens Familiengeschichte. Eine Generation folgt der nächsten und trägt doch immer schwere Rucksäcke mit den Altlasten der vorigen mit sich. Einmal mehr bewahrheitet sich die ewige Gewissheit: Alles ist anders, als man denkt. 

  • diestandard / Kunst der nachhaltigen Ausscheidung – In Nadja Buchers neuem Roman Die wilde Gärtnerin dreht sich alles um das Betreiben eines Humusklos. Dabei treffen erneut Weltbilder aufeinander.
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  • Die Sofagärtnerin / Über Gärten und Gärtner in Büchern – Ihr dreistöckiges Stadthaus im 8. Bezirk an der Lerchengasse in Wien fungiert seit zwei Jahren als Schneckenhaus für die Mitdreissigerin Helen Cerny.
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  • fm4 / Scheiß-LebensinhaltDie wilde Gärtnerin ist die Geschichte von Helen Cerny, die sich völlig von der Welt zurückgezogen hat. Und es ist die Geschichte der Frauen der Familie Cerny im Laufe des 20. Jahrhunderts.
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  • brutstatt.de / Sind wir nicht alle nur Kot? – Der neue Roman von Nadja Bucher Die wilde Gärtnerin ist auch schon einige Wochen auf dem Markt und längst gelesen. Die junge Österreicherin gilt als aufstrebendes literarisches Talent und legt mit der „Gärtnerin“ eine höchst unterhaltsame Familienchronik vor.
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Rosa gegen den Dreck der Welt

Milena Verlag, 2011
Rosa, Anfang 40, Putzfrau mit ramponierter Vergangenheit und intaktem ökologischem Bewusstsein, reinigt Wohnungen in Wien spurlos und ohne emotionale Beteiligung. An den urbanen Schrulligkeiten ihrer Auftraggeberinnen gleitet sie vorüber wie ihre geliebte Holzbürste am Parkett. Nichts bringt sie aus dem Rhythmus zwischen Bioladen und gegen Null gehenden sozialen Kontakten. Bis Rosa in die saubere Wohnung ihrer neuen, stets abwesenden Kundin Hatschek kommt … Aus alltäglichen Gebrauchsgegenständen und pseudobrisanten Details zimmert Rosa ein Bild von Hatschek, dem sie zunehmend verfällt. Auf der verzweifelten Suche nach einer Gleichgesinnten gerät Rosa in Rage. Bald greift sie zu anderen Mitteln als ihrem bewährten Bioessig und räumt auch sonst gehörig auf. Die Welt als Frau Rosas Wille und Vorstellung. Schwarzer Humor trifft auf Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau, auf SUV-Fahrer, CO2-Emissionen und dem unerfüllbaren Wunsch, an dem ganzen Dreck nicht beteiligt zu sein. 

  • Literaturhaus / Rosa gegen den Dreck der Welt – Rosa betrachtet die Welt aus einer radikal-ökologischen Perspektive. Jede eigene und jede fremde Handlung wird auf ihre absolute Umweltverträglichkeit geprüft, jede Fahrt mit der Straßenbahn, jedes Einschalten des Staubsaugers erzeugt Gewissensbisse, da hierfür die Umwelt zerstörende Technologien und Chemikalien benötigt werden.
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  • Jungle World / Gegen den Schmutz – Als „großer Putzfrauenroman“ wird Rosa gegen den Dreck der Welt vom Milena-Verlag angekündigt. Wer nun an eine heitere Geschichte aus der Perspektive einer literarisch unterrepräsentierten Spezies denkt, hat sich getäuscht.
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  • dieKupf / Eine Geschichte mit Langzeitwirkung – Ja, mit Rosa ist das so eine eigene Sache, ihr Wissen in umwelttechnischen Fragen ist mehr als beeindruckend, ihre Art und Weise in fremden und doch schon so vertrauen Haushalten zu putzen wirkt zum einen übergriffig und zum anderen so gewissenhaft und genau, dass der Wechsel zwischen »So eine Putzkraft such ich schon lange.« bis hin »Nur über meine Leiche!« laufend den Lesefluss begleitet.
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